ZMDT

Jah­res­ta­gung 2025

© Rolf Müller/UKB

Unter der Mode­ra­ti­on von Gui­do Gehrt (Behör­den Spie­gel) dis­ku­tier­ten Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter aus Wis­sen­schaft, Recht, Medi­zin und Poli­tik zen­tra­le Fra­gen rund um den Umgang mit Gesund­heits­da­ten, Künst­li­che Intel­li­genz und For­schungs­ethik.

Die Ver­an­stal­tung sah fol­gen­des Tagungs­pro­gramm vor.


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Nach der Begrü­ßung durch Prof. Dr. Ilo­na Grun­wald Kadow, Pro­rek­to­rin der Uni­ver­si­tät Bonn, hob Prof. Dr. Mar­tin Böse, Dekan der Rechts- und Staats­wis­sen­schaft­li­chen Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Bonn, in sei­nem Gruß­wort die beson­de­re Bedeu­tung inter­dis­zi­pli­nä­rer Zusam­men­ar­beit für die Wei­ter­ent­wick­lung des Rechts­rah­mens her­vor.


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Die Key­note hielt Prof. Dr. iur. Loui­sa Specht-Rie­men­schnei­der, Bun­des­be­auf­trag­te für den Daten­schutz und die Infor­ma­ti­ons­frei­heit. Sie beleuch­te­te die Her­aus­for­de­run­gen des Daten­schut­zes in einer zuneh­mend digi­ta­li­sier­ten und daten­ge­trie­be­nen Medi­zin.

Im Anschluss stell­te Prof. Dr. Joa­chim L. Schult­ze, Direk­tor für Sys­tem­me­di­zin am Deut­schen Zen­trum für Neu­ro­de­ge­nera­ti­ve Erkran­kun­gen (DZNE), das Kon­zept des „Data Visi­ting“ als Alter­na­ti­ve zum klas­si­schen Data Sha­ring vor. Statt Daten auf­wen­dig zwi­schen Insti­tu­tio­nen zu trans­fe­rie­ren, sol­len For­schen­de künf­tig direkt auf Daten­be­stän­de zugrei­fen kön­nen – ein Ansatz, der recht­li­che wie tech­ni­sche Vor­tei­le bie­ten könn­te.

Prof. Dr. Dr. h.c. Chris­tia­ne Wen­de­horst, LL.M. (Can­tab.), Uni­ver­si­tät Wien, gab einen Ein­blick in den von ihr erar­bei­te­ten Ent­wurf zu einer KI-DSGVO, die euro­pa­weit den Ein­satz von Künst­li­cher Intel­li­genz regeln soll. Danach hin­ter­frag­te Prof. Dr. Dirk Lan­zer­ath, Lei­ter des Refe­renz­zen­trums für Ethik in den Bio­wis­sen­schaf­ten an der Uni­ver­si­tät Bonn, die Rol­le der For­schungs­ethik in der Gesetz­ge­bung und plä­dier­te für eine stär­ke­re insti­tu­tio­nel­le Ver­an­ke­rung ethi­scher Refle­xi­on


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Vor der Mit­tags­pau­se stell­te Prof. Dr. med. Ass. iur. Alex­an­der Rad­bruch, Direk­tor des ZMDT, neu­es­te Ent­wick­lun­gen der KI in der Medi­zin vor. Er beton­te die zen­tra­le Rol­le von Pati­en­ten­da­ten für die Wei­ter­ent­wick­lung bild­ge­ben­der Ver­fah­ren und per­so­na­li­sier­ter The­ra­pien, gleich­zei­tig aber auch die Not­wen­dig­keit, Daten­schutz und Pati­en­ten­sou­ve­rä­ni­tät zu wah­ren.

Am Nach­mit­tag rück­ten pra­xis­na­he Fra­gen der Daten­in­fra­struk­tur in den Vor­der­grund. Bre­nya Adjei, Geschäfts­füh­re­rin der gema­tik, erläu­ter­te den Stand der elek­tro­ni­schen Pati­en­ten­ak­te und deren Poten­zi­al für For­schung und Ver­sor­gung.

Anschlie­ßend for­der­te Prof. Dr. Kers­tin Schnei­der, Mit­glied des Rats für Sozi­al- und Wirt­schafts­da­ten (RatSWD) von der Uni­ver­si­tät Wup­per­tal, ein kon­se­quen­tes Auf­bre­chen von Daten­si­los, da eine qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge For­schung nur mit umfas­send zugäng­li­chen Daten mög­lich sei.

Dr. Phil­ipp Kir­cher, Rechts­an­walt bei GNP Rechts­an­wäl­te (Gei­ger Nitz Part­ner mbB), run­de­te die Fach­vor­trä­ge mit einer Ana­ly­se des Euro­pean Health Data Space (EHDS) ab, der euro­pa­wei­te Stan­dards für die Nut­zung von Gesund­heits­da­ten schaf­fen soll.


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Die abschlie­ßen­de Dis­kus­si­ons­run­de bot Raum für einen offe­nen Aus­tausch zwi­schen Refe­rie­ren­den und Teil­neh­men­den. Dabei wur­den Chan­cen und Risi­ken der Digi­ta­li­sie­rung, die Balan­ce zwi­schen Daten­schutz und For­schungs­frei­heit sowie die inter­na­tio­na­le Wett­be­werbs­fä­hig­keit inten­siv debat­tiert.

Mit den Schluss­wor­ten von Prof. Dr. med. Ass. iur. Alex­an­der Rad­bruch und Prof. Dr. Phil­ipp Voll­muth ende­te die Tagung.